Einladung zur Rudolfina Redoute von 1937 (Seite 1)
Einladung zur Rudolfina Redoute von 1937 (Seite 2)

Geschichte

Die Rudolfina Redoute ist die älteste, traditionsreichste und größte couleurstudentische Ballveranstaltung und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Von den vielen Redouten, die es einmal gegeben hat, ist die Rudolfina Redoute die einzige, die bis heute besteht. Redoute bedeutet „Maskenball“ und die Charakteristika einer Redoute sind die Damen mit Maske – die allein oder in Begleitung kommen – sowie die Damenwahl.

Jedes Jahr zum Traditionstermin am Faschingsmontag (=Rosenmontag) besuchen Gäste aus aller Welt die Rudolfina Redoute in der Wiener Hofburg.

Ihre Ursprünge hat die Rudolfina Redoute bereits in der österreichisch-ungarischen Monarchie (älteste vorhandene Damenspende mit Aufschrift Rudolfina Redoute von 1912, datiert mit 6. Februar 1912, Veranstaltungsort Militärcasino am Schwarzenbergplatz). Die Rudolfina Redoute wird traditionell von der namensgebenden K.Ö.St.V. Rudolfina Wien veranstaltet, die bereits am 4. Mai 1899 eine Tanzveranstaltung (Maikränzchen)in Fischbach's Garten und Säle "Zum wilden Mann" durchführte. Am 27. Jänner 1910 fand ein "Rudolfina Kränzchen" statt, aus dem 1912 die Rudolfina Redoute mit ihrem Fixtermin am Faschingmontag wurde. Seit 1921 fand die Redoute abwechselnd in der Hofburg, in den Sophiensälen und im Militärcasino am Schwarzenbergplatz statt. Von 1928 an blieb die Redoute dann in der Hofburg. Auf dieser Redoute durfte zum ersten Mal in der Hofburg mit Ausnahme des Charleston auch modern getanzt werden. Dies galt allerdings nicht für den Festsaal, in dem erst nach dem zweiten Weltkrieg auch lateinamerikanische Tänze gespielt werden durften.

Einladung zur Rudolfina Redoute von 1937 (Seite 3)
Einladung zur Rudolfina Redoute von 1937 (Seite 4)

Da während der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich die studentischen Korporationen verboten waren und aufgelöst wurden, - so auch die K.Ö.St.V. Rudolfina - fand in den Jahren von 1938 bis 1945 keine Rudolfina Redoute statt. 1947 fand in der Ebendorferstraße im kleinen Rahmen die erste Redoute nach dem Krieg statt. Bei selbst mitgebrachten Wein, Würsteln und Schwarzbrot wurde gefeiert. Im Palais Pallavicini wurde 1948 die erste große Redoute der Nachkriegszeit veranstaltet. 1959 kehrte die Redoute nach vielen Jahren in den Sophiensälen (1949 - 1958) wieder an den für sie in der ersten Republik schon traditionellen Veranstaltungsort, der Wiener Hofburg, zurück. Dort findet seitdem jedes Jahr am Faschingmontag (Rosenmontag) die Rudolfina Redoute statt.

Grundsätzlich besteht für alle Damen, gleich ob sie allein oder in Begleitung kommen, Maskenpflicht. Die Maskierung selbst ist nämlich Voraussetzung für das große Charakteristikum der Rudolfina-Redoute: die Damenwahl - die nur maskierten Damen vorbehalten ist. Nach der Demaskierungsquadrille zu Mitternacht herrscht Damen- und Herrenwahl bis zum Ballende um 5 Uhr früh.

Traditionell stellt die Rudolfina Redoute als letzter großer Ball der Ballsaison den krönenden Abschluss des Wiener Faschings dar.


Die ältesten Damenspenden

Maikränzchen am 4. Mai 1899 (Umschlag)
Maikränzchen am 4. Mai 1899 (Seite 1 und 2)
Maifest am 28. Mai 1902 (Umschlag)
Maifest am 28. Mai 1902 (Seite 1 und 2)
Maifest am 28. Mai 1902 (Seite 3 und 4)